Cheftrainer Acar Sar im RGA-Interview

20.10.2015 21:19

Nach den Niederlagen gegen den FC Remscheid und BSC Union Solingen stellt sich Trainer Acar Sar Andreas Dach, dem Sportchef des RGA.

Der Trainer des DTV äußert sich zu der sportlichen Situation, zu Personalien und zur Zukunft des Clubs.

Ein Drittel der Saison in der Fußball-Bezirksliga ist rum. Da kann man schon mal ein erstes Fazit ziehen und den Status quo beleuchten.

Acar Sar: Ich sehe uns genau da, wo ich das im Sommer vorausgesehen habe – auf Platz zwei. Allerdings könnte es im Kampf um die Platzierung ein wenig gemütlicher sein. Wir haben gegen Eller, den VfB Solingen und Union Solingen unnötig Punkte abgegeben.

Vorne zieht Monheim erwartungsgemäß relativ einsam seine Kreise, dahinter kommt der DTV. Der Meistertitel berechtigt zum direkten Aufstieg, der Zweite muss in die Relegation.

Sar: Monheim spielt konstant. Wir haben Qualität, die haben aber noch etwas mehr Qualität. Wir können sie nur packen, wenn wir eine solche Leistung wie gegen den FC Remscheid im Pokal abrufen. Das dann aber Woche für Woche.

Sie sprechen es an. Genau das gelingt nicht. Haben Sie schon analysiert, woran die Schwankungen liegen könnten?

Sar: Unsere Problemzone sehe ich aktuell vor dem gegnerischen Tor. Trotz Matthias Block, der schon achtmal getroffen hat. Wir spielen uns viele Chancen heraus, treffen aber nicht so, wie es sein könnte. Emre Circir hat da im Augenblick nicht so die Sicherheit, Valentino Cucuzza war lange verletzt, Nick Salpetro bringt viel mit, muss aber auch noch viel lernen.

Und dann sind da ja auch noch ein paar Offensivkräfte mehr.

Sar: Sie sprechen auf Marvin Dattner und Timo Zeissler an. Wenn man bedenkt, dass sie uns auch noch über einen längeren Zeitraum verletzungsbedingt gefehlt haben, ist das schon verdammt viel Qualität, auf die wir in den letzten Wochen verzichten mussten. Bei uns steht und fällt alles damit, dass wir nicht ausreichend knipsen.

Es fällt auf, dass der DTV sehr häufig die Aufstellung wechselt oder wechseln muss.

Sar: Genau einmal konnten wir sie unverändert lassen. Gegen den FCR und danach gegen Union Solingen war das der Fall.

Beide Male hat der DTV aber verloren. Jeweils kurz vor Ende der regulären Spielzeit.

Sar: Man muss davon ausgehen, dass das etwas mit fehlender Qualität zu tun hat. Es gibt immer wieder Leute, die Ansprüche stellen. Dann müssen sie diese aber auch untermauern, wenn sie eingesetzt werden.

Könnte sich kadertechnisch noch etwas verändern in den Wintermonaten?

Sar: Wenn du jemanden holen willst, dann muss das eine echte Verstärkung sein.

Zunächst einmal verlassen Spieler Dabringhausen.

Sar: Christian Tiede geht nach Witzhelden, Berat Sakiri kehrt uns auch den Rücken.

Tiedes Wechsel war bekannt. Warum Sakiri auch?

Sar: Er ist ein guter Junge. Sein Problem ist aber der Schichtdienst. Dadurch kann er nicht regelmäßig trainieren. Zudem hat er die komplette Vorbereitung verpasst. Da ist es dann schwierig, den Anschluss zu schaffen. Ich würde ihm ein gutes Team in der Kreisliga A wünschen.

Sie gelten als jemand, der immer schon vorausschaut. Gibt es bereits Termine für die Winterpause?

Sar: Aber ja. Wir haben einige attraktive Testspiele festgemacht. Unter anderem gegen den FSV Vohwinkel und den ASV Mettmann. Dazu in Schlebusch. Und zum Bayer-Hallenturnier sind wir auch eingeladen worden.

Zunächst einmal freut sich der DTV auf ein besonderes Freundschaftsspiel in der kommenden Woche.

Sar: Am Dienstag um 19.30 Uhr geht es zum Regionalligisten SSVg. Velbert. Man hat uns angesprochen. Der Kontakt ist über den ehemaligen FCR-Torhüter Björn Kreil zustande bekommen. Das alles zeigt, dass man uns sehr bewusst wahrnimmt.

Etwas liegt Ihnen noch auf der Seele.

Sar: Ja, ich war nach der jüngsten Niederlage gegen Union Solingen sehr gefrustet und habe etwas gesagt, was mir sehr leid tut. Mir ist so rausgeflutscht, dass wir mit so einem Abwehrverhalten selbst gegen die Fußballfrauen des FCR keine Chance haben. Das klingt despektierlich und war keinesfalls abwertend gemeint.

So, das ist raus. Gibt es sonst noch etwas, war wir aktuell über den DTV wissen müssen.

Sar: Dass Haydar Akman am Samstag heiratet und wir natürlich zur Hochzeit gehen, obwohl wir am Sonntag spielen. Für Haydar geht es danach auf Hochzeitsreise, für uns zum Spiel nach Lohausen.

ZUR PERSON

ACAR SAR Der Trainer des Fußball-Bezirksligisten Dabringhauser TV wurde am 27. September 1976 geboren. Mit Ehefrau Hanife und Tochter Aleyna lebt er in Remscheid. Der gelernte Versicherungskaufmann ist seit zwei Jahren als Projektleiter für die Klinik Wersbach in Leichlingen/Witzhelden tätig. Fußballerisch ging er aus der Jugend des BV 10 hervor. Zu seinen Stationen als Spieler gehörten der SV 09, TuRU, die 1. Spvg. und Ronsdorf.

Quelle: rga.de

IMPRESSUM